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Die Sharing Economy und das Teilen

Die Sharing Economy und das Teilen

Pünktlich zum weihnachtlichen Fest geht es ja oft um den Gedanken des Teilens, der Nächstenliebe und des Miteinanders. Gehört der Begriff der Sharing Economy also auch dazu?


Nicht mehr als eine Vermarktungsstrategie
Beim Thema "Teilen" stoßen wir schnell auf den Begriff der Sharing Economy, der nichts mit dem selbstlosen Teilen an sich zu tun hat. Tatsächlich geht es um eine neue Bezeichnung bzw. um eine Begriffsaneignung durch kapitalistische Vorgänge. Man könnte es auch Vermarktungsstrategie nennen.

Der Ökonom Jeremy Rifkin vertritt die Ansicht, dass wir mithilfe der Sharing Economy den Kapitalismus überwinden könnten und sozialer werden könnten.


Teilen vs. wirtschaften
Adam Parsons von der NGO "Share The World’s Resources", sieht in dem Begriffspaar (teilen und wirtschaften) bereits einen Widerspruch.
Teilen bezieht sich auf das Wohl Anderer, setzt Empathie und Großzügigkeit voraus.

Marktorientiertes Wirtschaften zielt auf das eigene Wohl, den individuellen Vorteil.
Nutzt man Dinge also gemeinsam und verlangt Geld dafür (wie z.B. bei Airbnb oder Carsharing), hat das mit Teilen recht wenig zu tun. Wieso also kapitalistische Vorgänge auf einmal mit dem Begriff des Sozialen, des Teilens verbinden? Man könnte das Kind doch bei seinem alten Namen nennen?


Unser soziales Gewissen
Naja, wenn unser soziales Gewissen im Spiel ist, lassen sich Dinge einfach besser verkaufen. Statt Greenwashing also in etwa Socialwashing.

Wirkliches Teilen erleben wir nur bei so genannten „informellen Beziehungen“ z.B. in Freundschaften oder generell bei nicht-materiellen Dingen, wie Gedanken.
Das Wichtige ist dabei, dass man keine Gegenleistung erwartet. Werfe ich diese Dinge auf den Markt, kann ich damit Geld verdienen, denn mittlerweile hat der Kapitalismus nahezu alle Lebensbereiche durchdrungen. Eine zuvor private Handlung wird messbar und dies ist im Wertesystem des Kapitalismus das Geld.


Freundschaft und soziale Beziehungen
Hier steht also das Private im Gegensatz zum Markt. Wichtig ist, dass wir uns dessen bewusst sind und es auch bleiben.

Freundschaftliche Beziehungen sind eben soziale Beziehungen. Sonst enden wir irgendwann da, dass wir von unseren Freunden Geld verlangen, wenn sie übers Wochenende bei uns übernachten.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten :-)


Übrigens: Den Artikel aus dem Freitag, auf den sich dieser Beitrag bezieht, findet Ihr hier.

Bildquelle: www.unsplash.com/ Ben White

 

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