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Lieben oder essen?

Lieben oder essen?

Der heilige Franziskus von Assisi ist nicht nur Schutzpatron Italiens und des Naturschutzes, sondern auch der Tiere. Er sah Tiere als Geschöpfe Gottes, die dem Menschen gleichgestellt sind im Lieben, Leiden und Sterben.  Ein gutes Stichwort, um am 4. Oktober - dem Welttierschutztag – etwas genauer auf unseren Umgang mit Tieren zu werfen.

Haus- oder Nutztier?
Man kann es paradox nennen – aber Tier ist für uns nicht gleich Tier. Je nach Kulturkreis lieben wir die Einen und verteufeln oder essen gar die Anderen. In Europa hat es sich historisch gesehen durchgesetzt, dass wir Tiere in Haus- und Nutztiere einteilen.

Haustiere wie Hund, Katze, Wellensittich oder Meerschwein werden in der Regel gehegt, gepflegt und mit speziellem Futter versorgt. Nutztiere wie Kuh, Rind, Schwein, Schaf oder Huhn hingegen werden von uns gegessen oder sogar zu Futter verarbeitet. Würde man im hinduistisch geprägten Indien niemals Rind verzehren, gehört es im westlichen Kulturkreis zum Alltag. Verspeist man in China Hunde, ruft dies bei uns Empörung hervor.

Tierschutz im Grundgesetz
Zwar haben wir in Deutschland den Tierschutz im Grundgesetz verankert, doch in der Umsetzung gibt es noch viel zu tun.
Vieles ist eine reine Auslegungssache, etwa dass Tiere nicht „ohne einen vernünftigen Grund“ leiden dürfen. Was aber ist ein vernünftiger Grund? Zum Beispiel unsere Aufnahme von Nahrung. Dies umfasst aber auch das Errichten von Mastbetrieben, in denen Tiere oft leiden müssen.

Tatsächlich rechtfertigt der „vernünftige Grund“ auch das Töten männlicher Küken kurz nach der Geburt: Sie bringen keinen wirtschaftlichen Nutzen ein, legen keine Eier und bringen nicht genug Fleisch auf die Waage. Das Oberverwaltungsgericht Münster entschied im Mai 2016, dass diese Vorgehensweise, also das Schreddern von 40 Millionen Küken (sic!), mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sei.


Theorie und Praxis
Auch mit unseren Haustieren gehen wir summa summarum nicht gut um: Werden sie zu anstrengend, zu teuer oder zu zeitaufwendig, werden sie ausgesetzt oder kommen ins Tierheim. Etwa 180 Tiere werden in einem deutschen Tierheim versorgt.

Andere Länder wie Skandinavien, Niederlande, Schweiz oder Großbritannien sind in puncto Tierschutz schon weiter – Deutschland ist innerhalb der EU beim Thema Tierschutz nicht gerade progressiv. Die Begründung: zu teuer.

Vielleicht sollten auch wir als Endverbraucher unsere „immer-alles-billig“ Mentalität überdenken. Auch diese trägt nämlich zu den Verhältnissen in Mastbetrieben bei.

Mehr zum Thema lest ihr z. B. hier!

 

 

Bildquelle: unsplash.com/ Chan Swan